Mir ist diese Woche eine Meldung aufgefallen, die harmlos klingt, aber jeden treffen kann, der über WhatsApp mit Kunden schreibt: WhatsApp bekommt Benutzernamen. Und ehrlich gesagt sehe ich darin nicht nur Komfort, sondern vor allem ein Risiko, das ihr jetzt aktiv angehen solltet.
Was ist passiert?
Meta – der Konzern hinter WhatsApp, Facebook und Instagram – führt bei WhatsApp feste Benutzernamen ein. Bisher waren Menschen dort vor allem über ihre Telefonnummer erreichbar. Künftig kann man sich einen festen Namen, ein sogenanntes Handle, registrieren – ähnlich wie der @-Name bei Instagram. Praktisch, weil man dann nicht mehr die Nummer herausgeben muss.
Wo ist das Problem?
Sicherheitsexperten warnen vor einer naheliegenden Gefahr: Wer als Erster kommt, kann sich fremde Namen schnappen. Schnappt sich jemand den Namen einer bekannten Person oder einer Marke, kann er sich damit als diese ausgeben – klassischer Identitätsdiebstahl und ein Einfallstor für Betrug. Ein konkretes Beispiel machte die Runde: Der Gründer einer großen Krypto-Börse stellte fest, dass der Name, unter dem man ihn von Twitter (heute X) kennt, bei WhatsApp bereits von einer fremden Person reserviert war.
Meta sagt zwar, dass die Namen sehr bekannter Persönlichkeiten vorab geschützt und reserviert seien. Der Haken: Das gilt offenbar nur für Bekanntheit auf WhatsApp selbst. Wer ’nur‘ auf anderen Plattformen bekannt ist – so wie der Krypto-Gründer – fällt durchs Raster. Genau in dieser Lücke lauert die Gefahr für ganz normale Unternehmen.
Was heißt das für kleine und mittlere Unternehmen?
Wir bei Media Nord sehen das ganz pragmatisch: Euer Firmenname ist Teil eurer Online-Marke – und die solltet ihr genauso schützen wie eure Domain oder euren Instagram-Namen. Unser Tipp aus der Praxis: Sichert euch euren Firmen- oder Markennamen als WhatsApp-Benutzernamen so früh wie möglich, sobald die Funktion bei euch verfügbar ist. Denn wenn sich ein Fremder diesen Namen krallt, kann er sich gegenüber euren Kunden als euer Betrieb ausgeben. Und wer per WhatsApp im Namen eurer Firma um Zahlungen oder Daten bittet, richtet schnell echten Schaden an – am Vertrauen eurer Kunden und an eurem Ruf.
Genauso wichtig: Sensibilisiert eure Kundschaft. Ein WhatsApp-Benutzername allein ist kein Echtheits-Beweis. Sagt euren Kunden aktiv, über welchen offiziellen Kanal ihr wirklich erreichbar seid, und dass ihr niemals per Chat kurzfristig nach Passwörtern, TANs oder Zahlungen fragt.
FAQ
Muss ich sofort etwas tun?
Sobald WhatsApp-Benutzernamen bei euch freigeschaltet sind: ja. Prüft, ob euer Wunschname noch frei ist, und sichert ihn. Wer wartet, riskiert, dass jemand anderes zuerst da ist.
Was, wenn mein Name schon vergeben ist?
Dann prüft naheliegende Varianten und weist eure Kunden klar auf euren echten, offiziellen Kanal hin. Bei einem klaren Missbrauchsfall lässt sich das bei Meta melden – einfach ist das erfahrungsgemäß aber nicht.
Reicht ein bekannter Name als Echtheitsbeweis?
Nein. Ein Benutzername sagt nichts über die Echtheit aus. Verlasst euch – und lasst eure Kunden sich verlassen – nie allein auf den Namen.
Unser Fazit
Neue Funktion, alte Gefahr: Wer zu spät kommt, den bestraft hier womöglich ein Betrüger. Ehrlich gesagt halte ich das für einen dieser Fälle, in denen zehn Minuten Vorsorge später viel Ärger sparen. Sichert euren Namen, klärt eure Kunden auf – und wenn ihr beim Schutz eurer Online-Marke Unterstützung wollt, meldet euch. Wir bleiben für euch dran.
Quellen
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