Mir begegnet in Gesprächen mit kleinen Unternehmen immer wieder derselbe Satz: „KI ist ja ganz nett, aber irgendwie wird das schnell teuer.“ Stimmt — aber meistens nicht, weil die KI teuer ist, sondern weil wir sie unnötig teuer benutzen. Das Stichwort heißt Tokens, und wenn man einmal verstanden hat, was dahintersteckt, lässt sich oft ein erheblicher Teil der Kosten einsparen.
Was sind Tokens überhaupt?
Ganz einfach gesagt: Tokens sind die kleinen Textbausteine, in denen eine KI rechnet. Ein Wort wie „Angebot“ besteht je nach Modell aus einem oder zwei Tokens. Alles, was Sie in ChatGPT oder Claude hineinschreiben, und alles, was wieder herauskommt, wird in Tokens gezählt — und genau danach wird in vielen Profi-Tarifen abgerechnet. Mehr Text rein und raus bedeutet also schlicht: höhere Kosten.
Warum zahlen so viele zu viel?
Der häufigste Fehler ist, der KI viel zu viel mitzugeben. Da werden ganze E-Mail-Verläufe, komplette Dokumente und seitenlange Hintergründe reinkopiert, obwohl für die eigentliche Frage nur ein Bruchteil davon nötig wäre. Dazu kommen unklare Fragen, bei denen die KI erst einmal ausschweifend „nachdenkt“ und drumherum redet. Beides bläht die Token-Zahl auf — und damit die Rechnung.
Drei Gewohnheiten, die sofort wirken
Erstens: klare, kurze Anweisungen. Sagen Sie der KI direkt, was Sie wollen und in welcher Form — etwa „Schreib mir eine freundliche Absage in drei Sätzen“. Zweitens: nur den nötigen Kontext mitschicken. Statt das ganze Dokument hineinzukippen, geben Sie den einen relevanten Absatz. Drittens: lange Texte erst zusammenfassen lassen und mit der Zusammenfassung weiterarbeiten, statt das Original immer wieder mitzuschleppen.
Was wir bei Media Nord davon halten
Ehrlich gesagt finde ich diesen Punkt unterschätzt. Viele reden über teure KI-Abos, dabei liegt der größte Hebel im eigenen Umgang mit den Tools. Wir bei Media Nord erleben in der Praxis, dass sich allein durch präziseres Formulieren spürbar Kosten sparen lassen — und das Schöne ist: Die Antworten werden dabei nicht schlechter, sondern oft sogar besser, weil eine fokussierte Frage auch eine fokussierte Antwort bekommt.
Lohnt sich das für einen kleinen Betrieb überhaupt?
Gerade dann. Wer KI nur gelegentlich nutzt, merkt es vielleicht kaum. Wer aber täglich Angebote, Mails oder Texte mit KI vorbereitet, summiert schnell. Unser Tipp aus der Praxis: Behandeln Sie die KI wie einen guten Mitarbeiter, dem Sie einen klaren Auftrag geben — kurz, eindeutig, mit genau den Infos, die er braucht. Das spart Zeit, Geld und Nerven gleichzeitig.
Wir bleiben für Sie dran und sagen Bescheid, wenn sich beim Thema KI im Arbeitsalltag etwas Wichtiges tut.
Quellen
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