Wenn der Chef des größten deutschen Industriekonzerns über KI-Regulierung spricht, klingt das schnell nach Konzern-Lobbyismus. In diesem Fall lohnt es sich trotzdem, genauer hinzuhören — weil das Hauptargument von Roland Busch nicht ideologisch ist, sondern rechnerisch.

Was hat Busch gesagt?

Anfang August, zeitgleich mit den Quartalszahlen von Siemens, forderte Busch in der „Welt am Sonntag“ deutlich schnellere Freigaben für neue KI-Technologien in der EU. Sein Satz sinngemäß: Wir dürfen das Entwicklungstempo der KI nicht durch Regulierung ausbremsen.

Das Zeitversatz-Argument

Der Kern seiner Kritik ist eine simple Rechnung. Bis ein Regelwerk wie der AI Act oder der Data Act durch den europäischen Gesetzgebungsprozess ist, vergehen rund zwei Jahre. In derselben Zeit entwickeln sich KI-Modelle sechs- bis achtmal weiter. Wenn die Regel in Kraft tritt, zielt sie also auf eine Technik, die es in dieser Form gar nicht mehr gibt. „Wir hinken immer hinterher“, so sein Fazit.

Ehrlich gesagt: Das Argument sticht. Wer 2023 an ChatGPT gedacht hat und heute agentische Systeme reguliert sieht, die eigenständig Aufgaben abarbeiten, merkt, wie groß der Abstand zwischen Gesetzgebungstempo und Technologietempo tatsächlich ist.

Wo wir widersprechen

Was wir bei Media Nord nicht mitgehen: die Schlussfolgerung, dass weniger Regulierung automatisch die Lösung ist. Die Fragen, die der AI Act stellt — wer haftet, was muss dokumentiert werden, wo ist automatisierte Entscheidung über Menschen tabu — werden durch schnellere Modelle nicht kleiner, sondern größer. Das eigentliche Problem ist nicht, dass reguliert wird, sondern dass Regeln an Technologiestände statt an Wirkungen geknüpft werden. Wer das Ergebnis reguliert statt das Werkzeug, hat den Zeitversatz nicht mehr.

Interessant ist auch Buschs zweite Aussage: Er nennt den KI-Boom „die größte Wette der Geschichte auf eine Technologie“, hält ihn aber ausdrücklich nicht für eine Blase — weil das Geld überwiegend aus Unternehmen mit starkem Cashflow stammt und erste positive Effekte sichtbar seien. Das ist eine bemerkenswert nüchterne Einordnung in einer Debatte, die sonst zwischen Euphorie und Untergang pendelt.

Was heißt das für kleine und mittlere Betriebe?

Hier wird es konkret — und die meisten Betriebe unterschätzen es. Der AI Act trifft nicht nur Hersteller von KI-Systemen, sondern auch Anwender. Wer KI im Betrieb einsetzt, hat je nach Anwendungsfall Pflichten:

  • Transparenz. Menschen müssen wissen, wenn sie mit einer KI kommunizieren oder wenn Inhalte KI-generiert sind. Das betrifft Chatbots auf der Website genauso wie automatisch erstellte Texte.
  • Dokumentation. Bei riskanteren Anwendungen — etwa im Personalbereich — muss nachvollziehbar sein, welches System wofür eingesetzt wird und wer es überwacht.
  • Kompetenz. Beschäftigte, die KI-Systeme bedienen, müssen dafür ausreichend geschult sein.

Unser Tipp aus der Praxis: Führen Sie eine schlichte Liste. Welches KI-Werkzeug wird im Betrieb wofür genutzt, wer ist verantwortlich, welche Daten fließen hinein? Das ist eine Tabelle, keine Compliance-Abteilung — und sie beantwortet 80 Prozent aller Fragen, die im Ernstfall gestellt werden.

Häufige Fragen

Gilt der AI Act auch für kleine Unternehmen?

Ja, abhängig vom Anwendungsfall. Viele alltägliche Nutzungen fallen in die niedrigste Risikoklasse mit geringen Pflichten — Transparenz gilt aber breit.

Muss ich einen KI-Einsatz melden?

In der Regel nicht. Pflichten entstehen vor allem bei Hochrisiko-Anwendungen, etwa in Personalauswahl oder Kreditvergabe.

Sollten wir wegen der Regulierung mit KI warten?

Nein. Wer sauber dokumentiert und transparent kommuniziert, ist für die meisten Anforderungen bereits gut aufgestellt.

Wir verfolgen die Entwicklung des AI Acts weiter und melden uns, sobald sich für Anwender im Mittelstand etwas Praktisches ändert.

Quellen


Hinweis zur Transparenz: Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Inhalte können Fehler enthalten — für wichtige Entscheidungen bitte die verlinkten Originalquellen heranziehen.

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Media-Nord.com UG Geschäftsführung
Seit 2021 bin ich mit Media-Nord in der digitalen Welt zu Hause – als Agentur für WordPress, SEO und Online-Marketing habe ich für Kundinnen und Kunden aus dem Mittelstand Websites gebaut, Sichtbarkeit geschaffen und Inhalte produziert, die wirklich gefunden werden. Was als klassisches Agenturhandwerk begann, hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert: Künstliche Intelligenz ist heute der Hebel, mit dem kleine und mittlere Unternehmen Arbeit einsparen, schneller publizieren und Prozesse automatisieren, für die früher ein ganzes Team nötig war. Diesen Wandel begleite ich nicht nur theoretisch – ich baue ihn selbst. In meiner eigenen Agentur laufen heute KI-gestützte Automationen im Tagesgeschäft: von der automatisierten Content- und Social-Media-Produktion über Recherche- und Reporting-Workflows bis zu Systemen, die wiederkehrende Aufgaben eigenständig erledigen. Genau dieses Praxiswissen gebe ich weiter. Was ich mitbringe: - KI-Strategie & -Beratung – geprüfter KI-Manager und KI-Consultant: Wo lohnt sich KI in Ihrem Unternehmen wirklich – und wo nicht? - KI-Schulung & -Coaching – zertifizierter KI-Trainer: Ich mache Teams sicher im Umgang mit ChatGPT, Claude & Co. – verständlich, praxisnah, ohne Fachchinesisch. - KI-Recht & Compliance – AI-Officer, KI-Beauftragter und externer Datenschutzbeauftragter (DSGVO): Ich sorge dafür, dass Ihr KI-Einsatz dem EU AI Act und dem Datenschutz standhält. - Automatisierung & Umsetzung – mit Make, n8n und modernen KI-- Agenten (Claude Code, MCP) baue ich Workflows, die Ihnen echte Zeit zurückgeben. Agentur-DNA – über zehn Jahre WordPress & SEO als Fundament: Ich denke KI nicht abstrakt, sondern vom konkreten Geschäftsergebnis her. Mein Anspruch: KI bodenständig und ehrlich in den Mittelstand bringen. Keine Buzzwords, keine Angst – sondern Werkzeuge, die im Alltag funktionieren. Ansässig in Stuhr bei Bremen– tätig vor Ort und remote.