Mir ist diese Woche ein Satz aufgefallen, den ich in einer Stellenanzeige noch nie gelesen habe: Man muss sich wohlfühlen damit, sich unwohl zu fühlen. Gesagt hat ihn Ronnie Chatterji, der Chefökonom von OpenAI, als er beschrieb, wen er für sein Team sucht.

Wer ist Ronnie Chatterji?

Chatterji ist kein Start-up-Gründer, sondern ein klassischer Ökonom mit ungewöhnlichem Lebenslauf. Über zwei Jahrzehnte war er Wirtschaftsprofessor an der Duke University. In der US-Regierung koordinierte er das milliardenschwere CHIPS-Programm zum Aufbau der Halbleiterproduktion und war amtierender stellvertretender Direktor des National Economic Council. Seit knapp zwei Jahren ist er erster Chefökonom bei OpenAI.

Was macht sein Team?

Er leitet eine Forschungsgruppe von rund einem Dutzend Leuten — Ökonomen, Datenwissenschaftler, frühere Lehrkräfte, ehemalige Verwaltungsmitarbeiter. Deren Aufgabe ist zu messen, was künstliche Intelligenz mit Beschäftigten, Unternehmen, Institutionen und der Gesamtwirtschaft macht. Das Team soll wachsen.

Und wo ist das Problem?

Beim Tempo. Chatterji sagt, die Stellenbeschreibung ändere sich stark, und nennt das Innovationstempo bei OpenAI „ein wenig verrückt". Konkret heißt das: Forschungsthemen, die vor einem Jahr auf keiner Agenda standen, sind heute die wichtigsten — er nennt als Beispiel Systeme, die sich selbst verbessern. Untersuchungen können veraltet sein, bevor sie überhaupt erscheinen.

Deshalb nennt er als Anforderung keine Qualifikation, sondern Eigenschaften: Flexibilität, Eigeninitiative beim Erkennen der richtigen Fragen, Kooperationsfähigkeit über Organisationsgrenzen hinweg — und die Fähigkeit, methodisch sauber zu arbeiten, auch wenn der Gegenstand noch wackelt.

Was wir davon halten

Ehrlich gesagt fand ich diese Meldung zuerst wie eine dieser Silicon-Valley-Selbstbeschreibungen, die vor allem nach innen wirken sollen. Beim zweiten Lesen halte ich sie für die praktischste Personalnachricht des Monats. Denn wir erleben genau dasselbe, nur zwei Nummern kleiner: Wir bei Media Nord bauen Automatisierungen, die vor einem Jahr technisch nicht möglich waren, und die Werkzeuge, mit denen wir arbeiten, sehen alle paar Monate anders aus. Wer bei uns anfängt und exakt ein Werkzeug beherrscht, hat ein Problem. Wer sich in ein neues Werkzeug in zwei Tagen selbst einarbeitet, hat keins.

Was heißt das für die eigene Einstellung von Mitarbeitern?

Woran erkenne ich Lernfähigkeit?

Nicht am Zertifikat, sondern an Wechseln. Hat jemand schon einmal ein Fachgebiet verlassen und sich in ein neues eingearbeitet? Gibt es ein Thema, das die Person sich selbst erschlossen hat, ohne dass ein Kurs dahinterstand? Genau danach würde ich im Gespräch fragen — und zwar konkret, mit Nachfragen zum Vorgehen.

Sind Fachkenntnisse jetzt egal?

Nein, und das ist mir wichtig. In einem Handwerksbetrieb ist eine solide Ausbildung nicht durch Neugier ersetzbar. Der Punkt ist ein anderer: Bei allem, was mit Software zu tun hat, ist die Halbwertszeit von Tool-Kenntnissen kurz geworden. Wer eine Stelle ausschreibt und drei Programmnamen als Pflicht hineinschreibt, sortiert damit möglicherweise die beste Kandidatin aus, weil sie eben ein anderes Programm gelernt hat.

Wie schreibe ich das in eine Anzeige?

Unser Tipp aus der Praxis: Formulieren Sie Aufgaben statt Werkzeuge. Nicht „Erfahrung mit Programm X", sondern „Sie bereiten Angebote vor und automatisieren wiederkehrende Schritte". Und geben Sie in der Probeaufgabe bewusst etwas, das die Person noch nicht kennt — dann sehen Sie die Lernkurve und nicht nur das Ergebnis.

Was ist mit dem eigenen Team?

Dasselbe Prinzip gilt nach innen. Wenn sich Aufgaben ändern, brauchen Mitarbeiter Zeit fürs Lernen, nicht nur eine Ankündigung. Ein halber Tag im Monat, in dem jemand ein neues Werkzeug ausprobieren darf, ist billiger als jede Neubesetzung.

Was mir an Chatterjis Satz gefällt: Er ist ehrlich. Niemand kann eine Stelle sauber beschreiben, deren Gegenstand sich alle drei Monate verschiebt. Das zuzugeben ist deutlich nützlicher, als eine Anzeige zu schreiben, die Präzision vortäuscht.

Quellen


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Media-Nord.com UG Geschäftsführung
Seit 2021 bin ich mit Media-Nord in der digitalen Welt zu Hause – als Agentur für WordPress, SEO und Online-Marketing habe ich für Kundinnen und Kunden aus dem Mittelstand Websites gebaut, Sichtbarkeit geschaffen und Inhalte produziert, die wirklich gefunden werden. Was als klassisches Agenturhandwerk begann, hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert: Künstliche Intelligenz ist heute der Hebel, mit dem kleine und mittlere Unternehmen Arbeit einsparen, schneller publizieren und Prozesse automatisieren, für die früher ein ganzes Team nötig war. Diesen Wandel begleite ich nicht nur theoretisch – ich baue ihn selbst. In meiner eigenen Agentur laufen heute KI-gestützte Automationen im Tagesgeschäft: von der automatisierten Content- und Social-Media-Produktion über Recherche- und Reporting-Workflows bis zu Systemen, die wiederkehrende Aufgaben eigenständig erledigen. Genau dieses Praxiswissen gebe ich weiter. Was ich mitbringe: - KI-Strategie & -Beratung – geprüfter KI-Manager und KI-Consultant: Wo lohnt sich KI in Ihrem Unternehmen wirklich – und wo nicht? - KI-Schulung & -Coaching – zertifizierter KI-Trainer: Ich mache Teams sicher im Umgang mit ChatGPT, Claude & Co. – verständlich, praxisnah, ohne Fachchinesisch. - KI-Recht & Compliance – AI-Officer, KI-Beauftragter und externer Datenschutzbeauftragter (DSGVO): Ich sorge dafür, dass Ihr KI-Einsatz dem EU AI Act und dem Datenschutz standhält. - Automatisierung & Umsetzung – mit Make, n8n und modernen KI-- Agenten (Claude Code, MCP) baue ich Workflows, die Ihnen echte Zeit zurückgeben. Agentur-DNA – über zehn Jahre WordPress & SEO als Fundament: Ich denke KI nicht abstrakt, sondern vom konkreten Geschäftsergebnis her. Mein Anspruch: KI bodenständig und ehrlich in den Mittelstand bringen. Keine Buzzwords, keine Angst – sondern Werkzeuge, die im Alltag funktionieren. Ansässig in Stuhr bei Bremen– tätig vor Ort und remote.