Das KI-Traumpaar bekommt Risse — und das ist gar nicht schlimm
Mir ist diese Woche eine Meldung untergekommen, die vor allem für alle spannend ist, die täglich mit Office, Teams oder dem Copilot arbeiten: Microsoft baut zunehmend seine eigene KI und setzt dabei nicht mehr nur auf OpenAI. Klingt nach Konzern-Politik, hat aber ganz praktische Folgen. Wir bei Media Nord ordnen das kurz und alltagstauglich ein.
Wer gehört hier zu wem?
Kurz zur Aufstellung: Microsoft ist der Konzern hinter Windows, Office, Teams und dem KI-Assistenten Copilot. OpenAI ist die Firma hinter ChatGPT. Die beiden waren jahrelang eng verbandelt — Microsoft hat Milliarden in OpenAI gesteckt und deren Technik in die eigenen Produkte eingebaut. Genau diese enge Bindung lockert sich jetzt ein Stück.
Was ist MAI?
MAI steht schlicht für Microsoft AI. Es ist eine ganze Familie eigener KI-Modelle: eines für Text, eines für Sprache, eines für Bilder und eines fürs Umwandeln von Sprache in Text. Diese Modelle schiebt Microsoft nach und nach in die eigenen Produkte. Der Bild-Generator von Bing läuft inzwischen komplett auf Microsofts eigener Bild-KI, und auch in PowerPoint, OneDrive und im Copilot arbeitet an vielen Stellen bereits MAI-Technik.
Warum macht Microsoft das?
Der Hauptgrund ist so bodenständig wie nachvollziehbar: Geld. Eine eigene KI zu betreiben ist bei vielen Aufgaben deutlich billiger, als für jede Anfrage einen externen Anbieter zu bezahlen. Bei manchen Funktionen spart Microsoft dadurch einen Großteil der Rechenkosten. Dazu kommt der Wunsch nach Unabhängigkeit — wer alles auf einen Partner setzt, macht sich abhängig.
Wichtig: OpenAI fliegt nicht raus
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Microsoft ersetzt OpenAI nicht komplett. Der Konzern fährt eine Art Baukasten-Strategie und nimmt je nach Aufgabe mal die eigene KI, mal OpenAI, mal ein frei verfügbares Modell — was eben gerade am besten und günstigsten passt. Ehrlich gesagt halte ich genau das für den klügeren Weg: nicht Ideologie, sondern das richtige Werkzeug für den jeweiligen Job.
Was heißt das für kleine Unternehmen?
Die gute Nachricht zuerst: Sie müssen dafür nichts tun. Wenn Sie Microsoft 365, Teams oder den Copilot nutzen, laufen viele KI-Funktionen im Hintergrund schon auf der neuen Technik — tendenziell schneller und günstiger, ohne dass Sie irgendetwas umstellen. Für den Alltag heißt das: KI-Features in Ihren gewohnten Programmen werden über die Zeit runder und leistungsfähiger, ganz von allein.
Unser Tipp aus der Praxis: Wer den Copilot bisher nur zaghaft nutzt, darf ruhig neugierig sein und ihn öfter für kleine Routineaufgaben ausprobieren — Mails zusammenfassen, eine Präsentation vorstrukturieren, einen Text glätten. Die Technik dahinter wird gerade besser und günstiger, also lohnt sich das Ausprobieren mehr denn je. Ein Wort der Vorsicht bleibt aber: Auch die beste KI macht Fehler, ein kurzer Blick drüber vor dem Absenden gehört dazu.
Unterm Strich ist die Nachricht ein gutes Signal: Mehr Wettbewerb bei den KI-Motoren bedeutet für uns Nutzer meist bessere und günstigere Werkzeuge. Wir behalten für Sie im Auge, wie sich das in Office und Copilot bemerkbar macht.
Quellen
- https://www.heise.de/en/news/Microsoft-focuses-on-its-own-AI-models-MAI-instead-of-OpenAI-11377557.html
- https://microsoft.ai/news/two-new-in-house-models/
- https://techcommunity.microsoft.com/blog/azure-ai-foundry-blog/introducing-mai-transcribe-1-mai-voice-1-and-mai-image-2-in-microsoft-foundry/4507787
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