Es gibt Meldungen, bei denen man erst schmunzelt und dann merkt, dass man selbst kurz davorsteht, denselben Fehler zu machen. Diese hier gehört für mich dazu.

Was ist passiert?

Meta — der Konzern hinter Facebook, Instagram und WhatsApp — hat seine Beschäftigten fast ein Jahr lang unter anderem danach beurteilt, wie stark sie KI-Werkzeuge einsetzen. Dafür gab es intern eine Rangliste mit dem Namen „Claudeonomics“, die den Verbrauch von mehr als 85.000 Mitarbeitenden erfasste.

Die Zahlen sind schwer greifbar: In einem Zeitraum von 30 Tagen kamen rund 60 Billionen sogenannte Tokens zusammen. Der Spitzenreiter allein lag bei 281 Milliarden.

Kurz erklärt: Ein Token ist ein Wort-Baustein, in den KI-Modelle Text zerlegen. Jeder einzelne kostet Geld. Wer viel verbraucht, produziert Kosten — ob dabei etwas Sinnvolles herauskommt, sagt die Zahl nicht.

Was daraus wurde

Genau das, was man erwarten konnte. In der Belegschaft entstand ein Wettrennen, für das sich der Begriff „Tokenmaxxing“ eingebürgert hat: möglichst viel verbrauchen, weitgehend unabhängig davon, ob es die Arbeit voranbringt. Wer vorne lag, bekam interne Etiketten wie „AI Native“ oder „AI First“. Wer hinten lag, hatte ein Problem in der Beurteilung.

Ende August hat Meta die Reißleine gezogen. Die KI-Nutzung fließt nicht mehr in die Leistungsbewertung ein, die entsprechenden Kriterien und Bezeichnungen sind aus den Richtlinien gestrichen. Stattdessen setzt der Konzern auf Budgets und zentrale Auswertungen.

Ehrlich gesagt halte ich das für den interessantesten Teil der Meldung

Nicht der Exzess, sondern die Korrektur. Ein Konzern dieser Größe räumt ein, dass eine Kennzahl in die Irre geführt hat. Das ist selten und es lohnt sich, kurz stehenzubleiben.

Denn der zugrunde liegende Fehler ist uralt und hat nichts mit KI zu tun: Wer die Nutzung eines Werkzeugs misst statt das Ergebnis, bekommt am Ende viel Nutzung und wenig Ergebnis. Das galt für Telefonminuten im Vertrieb, für Zeilen Programmcode in der Softwareentwicklung — und es gilt jetzt für Tokens.

Warum das auch einen Betrieb mit acht Leuten betrifft

Wir bei Media Nord hören diese Frage inzwischen regelmäßig: „Wie kriegen wir das Team dazu, KI wirklich zu nutzen?“ Die Frage ist verständlich. Man hat ein Werkzeug eingekauft, es liegt herum, und irgendjemand muss ja anfangen.

Die verlockende Antwort lautet: Nutzung messen. Eine kleine Auswertung, wer wie oft das Werkzeug öffnet, vielleicht sogar ein Vergleich im Team. Genau davon würden wir nach diesem Fall abraten. Man bekommt dann Menschen, die das Werkzeug öffnen — nicht Menschen, die schneller fertig werden.

Was wir stattdessen empfehlen

Unser Tipp aus der Praxis: Suchen Sie sich eine Kennzahl, die den Nutzen beschreibt, nicht das Mittel.

  • Bearbeitungsdauer: Wie lange dauert ein Angebot von der Anfrage bis zum Versand — vorher und nachher?
  • Rückfragen: Wie oft muss ein Kunde nachhaken, weil etwas unklar war?
  • Liegenbleiber: Wie viele Anfragen bleiben länger als 48 Stunden unbeantwortet?

Diese Zahlen lassen sich nicht durch mehr Klicks verbessern, nur durch bessere Arbeit. Und sie sagen ehrlich, ob sich die Sache gelohnt hat.

Häufige Fragen

Soll ich den KI-Verbrauch also gar nicht beobachten?

Doch — als Kostenposten. Ein Blick auf die Monatsrechnung ist sinnvoll, gerade wenn Werkzeuge nach Verbrauch abgerechnet werden. Nur eben nicht als Leistungsmaßstab für Mitarbeitende.

Wie bringe ich das Team dann zum Ausprobieren?

Nach unserer Erfahrung über einen konkreten, nervigen Arbeitsschritt. Wer einmal erlebt hat, dass eine Stunde Tipparbeit auf zehn Minuten schrumpft, braucht keine Rangliste mehr.

Braucht es dafür Regeln im Betrieb?

Ja, aber kurze. Welche Daten dürfen hinein, welche nicht, und wer prüft das Ergebnis vor dem Versand. Eine DIN-A4-Seite reicht meistens.

Wir behalten im Blick, wie andere große Häuser mit dem Thema umgehen — und schreiben darüber, wenn sich daraus etwas Brauchbares für kleinere Betriebe ableiten lässt.

Quellen


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Media-Nord.com UG Geschäftsführung
Seit 2021 bin ich mit Media-Nord in der digitalen Welt zu Hause – als Agentur für WordPress, SEO und Online-Marketing habe ich für Kundinnen und Kunden aus dem Mittelstand Websites gebaut, Sichtbarkeit geschaffen und Inhalte produziert, die wirklich gefunden werden. Was als klassisches Agenturhandwerk begann, hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert: Künstliche Intelligenz ist heute der Hebel, mit dem kleine und mittlere Unternehmen Arbeit einsparen, schneller publizieren und Prozesse automatisieren, für die früher ein ganzes Team nötig war. Diesen Wandel begleite ich nicht nur theoretisch – ich baue ihn selbst. In meiner eigenen Agentur laufen heute KI-gestützte Automationen im Tagesgeschäft: von der automatisierten Content- und Social-Media-Produktion über Recherche- und Reporting-Workflows bis zu Systemen, die wiederkehrende Aufgaben eigenständig erledigen. Genau dieses Praxiswissen gebe ich weiter. Was ich mitbringe: - KI-Strategie & -Beratung – geprüfter KI-Manager und KI-Consultant: Wo lohnt sich KI in Ihrem Unternehmen wirklich – und wo nicht? - KI-Schulung & -Coaching – zertifizierter KI-Trainer: Ich mache Teams sicher im Umgang mit ChatGPT, Claude & Co. – verständlich, praxisnah, ohne Fachchinesisch. - KI-Recht & Compliance – AI-Officer, KI-Beauftragter und externer Datenschutzbeauftragter (DSGVO): Ich sorge dafür, dass Ihr KI-Einsatz dem EU AI Act und dem Datenschutz standhält. - Automatisierung & Umsetzung – mit Make, n8n und modernen KI-- Agenten (Claude Code, MCP) baue ich Workflows, die Ihnen echte Zeit zurückgeben. Agentur-DNA – über zehn Jahre WordPress & SEO als Fundament: Ich denke KI nicht abstrakt, sondern vom konkreten Geschäftsergebnis her. Mein Anspruch: KI bodenständig und ehrlich in den Mittelstand bringen. Keine Buzzwords, keine Angst – sondern Werkzeuge, die im Alltag funktionieren. Ansässig in Stuhr bei Bremen– tätig vor Ort und remote.