KI und Steuererklärung — passt das zusammen?
Pünktlich zur Steuerfrist ist mir ein Praxistest aufgefallen, der eine Frage stellt, die uns viele kleine Kunden ohnehin stellen: Kann so ein KI-Chatbot eigentlich bei der Steuererklärung helfen? Getestet wurden drei Kandidaten — SteuerGPT, Alma und das ganz normale ChatGPT. Wir bei Media Nord finden die Antwort spannend, weil sie ziemlich gut zeigt, wo KI heute stark ist und wo man besser noch selbst nachdenkt.
Wer oder was sind SteuerGPT und Alma?
Kurz erklärt, ohne Fachchinesisch: SteuerGPT und Alma sind KI-Assistenten, die direkt in Steuerprogramme eingebaut sind. SteuerGPT steckt in WISO Steuer, Alma in der SteuerSparErklärung. Statt sich durch Formulare zu quälen, tippt man seine Frage einfach in ein Chatfenster — und die KI antwortet in Alltagssprache. ChatGPT kennen die meisten schon; es ist der allgemeine Alleskönner, der aber nicht speziell auf deutsches Steuerrecht getrimmt ist.
Was kam beim Test heraus?
Das Ergebnis ist erfreulich unaufgeregt und ehrlich. Bei einfachen Fragen — Welche Frist gilt? Welche Ausgaben kann ich absetzen? Wie hoch ist der Freibetrag? — antworten die Bots zuverlässig und sparen spürbar Zeit. Der große Pluspunkt der spezialisierten Helfer: Sie sagen einem nicht nur, dass etwas absetzbar ist, sondern zeigen konkret, an welcher Stelle in der Software man den Betrag eintragen muss. Genau dieser Software-Bezug fehlt dem allgemeinen ChatGPT.
Und die Schwächen? Sobald es komplizierter wird — Erbschaftssteuer, Riester-Versteuerung, Sonderfälle — werden die Antworten wackelig oder sehr allgemein. Bei ganz frischen Steuerregeln hinken die Bots manchmal hinterher.
Was heißt das für Selbstständige und kleine Firmen?
Ehrlich gesagt halte ich das für einen fairen Deal: Für den Standardfall bekommt man einen schnellen, geduldigen Erst-Helfer, der bei WISO und Co. oft sogar kostenlos mit an Bord ist. Das kann gerade Solo-Selbstständigen und kleinen Betrieben, die keine komplizierten Konstruktionen haben, wirklich Zeit und Nerven sparen — und manchmal findet die KI sogar einen Abzugsposten, den man selbst übersehen hätte.
Unser Tipp aus der Praxis: Nutzen Sie die KI ruhig für die Vorarbeit und für einfache Fragen. Aber verlassen Sie sich bei kniffligen Firmen-Themen nicht blind darauf. Eine KI-Antwort kann falsch oder veraltet sein, und beim Finanzamt haften am Ende Sie, nicht der Chatbot. Bei komplexen Fällen lohnt sich der Gegencheck durch einen Steuerberater weiterhin — die KI ersetzt ihn (noch) nicht, sie entlastet ihn.
Unser Fazit
KI in der Steuersoftware ist 2026 kein Spielzeug mehr, sondern ein brauchbarer Alltagshelfer für den Normalfall. Man sollte nur wissen, wo die Grenze verläuft: einfache Fragen ja, komplizierte Fälle mit Vorsicht. Genau so setzen wir KI auch bei uns ein — als fleißigen Assistenten, nicht als Ersatz für das eigene Urteil. Wir bleiben für Sie dran und sagen Bescheid, wenn die Tools den nächsten Sprung machen.
Quellen
- https://t3n.de/news/steuergpt-alma-und-chatgpt-im-praxistest-welche-ki-hilft-wirklich-bei-der-steuer-1754503/
- https://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/alma-steuergpt-und-co-im-test-welche-app-sie-am-besten-bei-der-steuererklaerung-unterstuetzt/100117247.html
- https://www.buhl.de/steuer/steuer-gpt/
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