Über KI-Betrug wird viel geraunt, aber selten gemessen. Diese Woche ist mir eine Studie untergekommen, die genau das getan hat — und deren Zahlen ich für kleine Betriebe für relevanter halte als die meisten Schlagzeilen der letzten Monate.

Wer hat da was untersucht?

Ein Forschungsteam der TU Berlin (im Verbund BIFOLD), der Ruhr-Universität Bochum und des französischen Forschungsinstituts Inria hat ein Feldexperiment mit 7.741 Teilnehmenden durchgeführt. Vorgestellt wurde die Arbeit Mitte August 2026 auf dem USENIX Security Symposium, einer der wichtigsten Fachkonferenzen für IT-Sicherheit.

Getestet wurde Phishing. Falls der Begriff nicht geläufig ist: Damit sind gefälschte Nachrichten gemeint, die Empfänger dazu bringen sollen, auf einen Link zu klicken, ein Passwort einzugeben oder eine Rechnung zu bezahlen, die es nie gab.

Das Ergebnis in zwei Zahlen

Die Forschenden verglichen zwei Sorten von Mails: allgemeine Massenware auf der einen Seite, auf der anderen Nachrichten, die eine KI auf die jeweilige Person zugeschnitten hatte — mit Name, Position, Abteilung, teils sogar aktuellen Themen aus dem Unternehmensumfeld.

  • Die personalisierten Mails erreichten die 2,4-fache Klickrate.
  • Die Personalisierung kostete rund drei US-Cent pro Mail.

Und jetzt kommt der Teil, der mich wirklich nachdenklich gemacht hat: Dafür kamen ausschließlich kleine, lokal laufende Sprachmodelle zum Einsatz. Also KI, die auf einem handelsüblichen Rechner arbeitet — ohne Cloud-Dienst, ohne Konto, ohne Filter, der einschreiten könnte. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass stärkere Modelle vermutlich noch bessere Trefferquoten erzielt hätten.

Warum das die Spielregeln ändert

Jahrelang haben wir alle dasselbe gelernt: Achten Sie auf Rechtschreibfehler, auf komische Absenderadressen, auf die unpersönliche Anrede. Diese Faustregeln sind jetzt praktisch wertlos. Eine KI schreibt fehlerfrei, siezt korrekt und kennt Ihre Branche.

Ehrlich gesagt finde ich den Kostenpunkt fast beunruhigender als die Klickrate. Bei drei Cent pro Mail lohnt sich der individuelle Zuschnitt auch dann, wenn das Ziel kein Konzern ist, sondern eine Tischlerei mit zwölf Leuten. Wirtschaftlich gab es früher einen gewissen Schutz durch Unwichtigkeit — der ist weg.

Woher die Angreifer die Details nehmen? Aus dem, was ohnehin öffentlich steht: Impressum, Team-Seite, LinkedIn, Pressemitteilungen, Handelsregister. Das ist kein Hack, das ist Fleißarbeit, die jetzt automatisiert läuft.

Was wir kleinen Unternehmen raten

Wir bei Media Nord halten wenig von Panik und viel von wenigen, robusten Regeln. Diese vier würden wir jedem Betrieb ans Herz legen:

1. Die Rückruf-Regel

Jede Aufforderung zu einer Zahlung, einer Kontoänderung oder einer Passworteingabe wird über einen zweiten, bekannten Kanal bestätigt — Anruf auf die gespeicherte Nummer, nicht auf die in der Mail. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme, und sie kostet keinen Cent.

2. Schulungen aktualisieren

Wer sein Team noch mit den alten Beispielen sensibilisiert („Sehr geehrte Kunde, Ihr Konto wurde gesperrt“), trainiert an der Realität vorbei. Zeigen Sie stattdessen gut gemachte, persönliche Beispiele — auch aus dem eigenen Haus.

3. Öffentliche Angriffsfläche prüfen

Muss auf der Website wirklich jede Durchwahl und jede Zuständigkeit stehen? Ein gepflegter Auftritt ist wichtig, aber eine vollständige Organisationsübersicht ist für Angreifer eine Vorlage. Hier lohnt ein nüchterner Blick.

4. Technik als zweite Ebene

Zwei-Faktor-Anmeldung für E-Mail und Buchhaltung ist heute Grundausstattung, keine Kür. Wenn ein Passwort einmal doch abfließt, ist damit der Schaden meist begrenzt.

Unser Fazit

Diese Studie liefert keine neue Bedrohung, sondern einen Preis: Persönlicher Betrug ist ab sofort billig. Wer darauf reagiert, braucht kein großes Sicherheitsbudget — sondern eine klare Absprache im Team, wie mit ungewöhnlichen Anfragen umgegangen wird. Genau darüber sollten Sie in der nächsten Teambesprechung zehn Minuten sprechen.

Quellen


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Media-Nord.com UG Geschäftsführung
Seit 2021 bin ich mit Media-Nord in der digitalen Welt zu Hause – als Agentur für WordPress, SEO und Online-Marketing habe ich für Kundinnen und Kunden aus dem Mittelstand Websites gebaut, Sichtbarkeit geschaffen und Inhalte produziert, die wirklich gefunden werden. Was als klassisches Agenturhandwerk begann, hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert: Künstliche Intelligenz ist heute der Hebel, mit dem kleine und mittlere Unternehmen Arbeit einsparen, schneller publizieren und Prozesse automatisieren, für die früher ein ganzes Team nötig war. Diesen Wandel begleite ich nicht nur theoretisch – ich baue ihn selbst. In meiner eigenen Agentur laufen heute KI-gestützte Automationen im Tagesgeschäft: von der automatisierten Content- und Social-Media-Produktion über Recherche- und Reporting-Workflows bis zu Systemen, die wiederkehrende Aufgaben eigenständig erledigen. Genau dieses Praxiswissen gebe ich weiter. Was ich mitbringe: - KI-Strategie & -Beratung – geprüfter KI-Manager und KI-Consultant: Wo lohnt sich KI in Ihrem Unternehmen wirklich – und wo nicht? - KI-Schulung & -Coaching – zertifizierter KI-Trainer: Ich mache Teams sicher im Umgang mit ChatGPT, Claude & Co. – verständlich, praxisnah, ohne Fachchinesisch. - KI-Recht & Compliance – AI-Officer, KI-Beauftragter und externer Datenschutzbeauftragter (DSGVO): Ich sorge dafür, dass Ihr KI-Einsatz dem EU AI Act und dem Datenschutz standhält. - Automatisierung & Umsetzung – mit Make, n8n und modernen KI-- Agenten (Claude Code, MCP) baue ich Workflows, die Ihnen echte Zeit zurückgeben. Agentur-DNA – über zehn Jahre WordPress & SEO als Fundament: Ich denke KI nicht abstrakt, sondern vom konkreten Geschäftsergebnis her. Mein Anspruch: KI bodenständig und ehrlich in den Mittelstand bringen. Keine Buzzwords, keine Angst – sondern Werkzeuge, die im Alltag funktionieren. Ansässig in Stuhr bei Bremen– tätig vor Ort und remote.