Wir bei Media Nord schauen uns ja viele KI-Meldungen an, aber diese hier fand ich aus einem bestimmten Grund spannend: Sie zeigt, dass sich der raue Ton zwischen Bildanbietern und KI-Firmen gerade dreht – und das hat ganz handfeste Folgen für alle, die KI im Arbeitsalltag nutzen.
Was ist passiert?
Getty Images, eine der größten Bildagenturen der Welt, hat eine Partnerschaft mit OpenAI angekündigt. Künftig sollen lizenzierte Fotos aus dem Getty-Bestand direkt in den Such- und Entdeckungsfunktionen von ChatGPT auftauchen. Die Börse reagierte deutlich: Die Getty-Aktie sprang am 22. Juni 2026 um rund 145 Prozent nach oben, zeitweise war sogar von 200 Prozent die Rede.
Was bedeutet ‚lizenziert‘ hier?
Lizenziert heißt: Für die Nutzung der Bilder wird bezahlt, der Fotograf bzw. die Agentur stimmt zu, alles ist rechtlich sauber geregelt. Das ist der Gegensatz zu Bildern, die einfach ungefragt aus dem Netz eingesammelt werden. Wichtig an dem Deal: Die Getty-Bilder werden laut Vereinbarung nur angezeigt, aber nicht zum Training der KI-Modelle verwendet.
Warum das eine echte Wende ist
Getty war jahrelang einer der schärfsten Gegner der KI-Branche. 2022 verbot das Unternehmen KI-generierte Kunst auf seiner Plattform und verklagte später den KI-Anbieter Stability AI wegen unerlaubter Nutzung seiner Bilder. Dass ausgerechnet Getty jetzt mit OpenAI zusammenarbeitet, ist deshalb mehr als nur ein Geschäft – es ist ein Stimmungswechsel: weg vom Streit vor Gericht, hin zum gemeinsamen Geldverdienen per Lizenz.
Was heißt das für kleine und mittlere Unternehmen?
Auf den ersten Blick wirkt das wie eine Sache für Konzerne und Börsianer. Ist es aber nicht. Erstens werden KI-Antworten dadurch seriöser: Wenn echte, geprüfte Profi-Bilder auftauchen statt nur künstlich erzeugte, kann man sich eher darauf verlassen. Zweitens – und das ist unser eigentlicher Punkt – rückt das Thema Bildrechte in den Vordergrund. Wer im eigenen Betrieb KI nutzt, um Bilder zu erzeugen oder Inhalte zu erstellen, sollte wissen: Nicht jedes KI-Bild ist automatisch rechtssicher. Unser Tipp aus der Praxis: Klären Sie, woher Ihre Bilder kommen und ob Sie sie geschäftlich verwenden dürfen – gerade auf Website und in Werbung.
Unser Fazit
Lizenz statt Klage – ehrlich gesagt halten wir das für die gesündere Richtung. Sie macht KI-Produkte verlässlicher und schafft klare Spielregeln. Für Unternehmen ist das ein gutes Signal: KI wird erwachsener. Wir bleiben für euch dran.
Quellen
- https://www.heise.de/news/Getty-Images-oeffnet-Bilddatenbank-fuer-Ausgabe-bei-ChatGPT-11340893.html
- https://newsroom.gettyimages.com/en/getty-images/getty-images-announces-display-partnership-with-openai
- https://de.investing.com/news/stock-market-news/getty-images-aktie-schiest-nach-openaideal-um-fast-140–in-die-hohe-93CH-3530319
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