Es gibt einen Vergleich, der mir in den letzten Wochen immer wieder begegnet ist und der die Sache ziemlich gut trifft: Mit KI-Agenten zu arbeiten fühle sich an, als hätte man plötzlich eine Horde Praktikanten. Wir bei Media Nord finden das Bild deshalb so treffend, weil es beide Seiten ehrlich benennt — die enorme Geschwindigkeit und den ebenso enormen Anleitungsbedarf.
Was ist Vibe Working?
Der Begriff hat sich vom „Vibe Coding“ abgeleitet, also vom Programmieren, bei dem man das gewünschte Ergebnis beschreibt statt den Code zu tippen. Vibe Working überträgt dasselbe Prinzip auf ganz normale Büroarbeit.
Der Unterschied zur bisherigen Softwarenutzung ist grundsätzlich: Früher hast du dem Programm gesagt, welche Schritte es machen soll — Zelle markieren, Formel eintragen, Diagramm einfügen. Jetzt sagst du, was am Ende rauskommen soll — „bau mir aus diesen Verkaufszahlen eine Auswertung nach Monat und Region, mit Diagramm“. Den Weg dahin sucht sich die KI selbst.
Damit verschiebt sich die eigene Rolle: vom Ausführenden zum Auftraggeber. Vom Bediener zum Entscheider.
Das ist keine Zukunftsmusik mehr
Wer denkt, das sei noch weit weg, sollte einen Blick in Microsoft 365 werfen. Microsoft hat den sogenannten Agent Mode direkt in Word, Excel und PowerPoint eingebaut — nicht als separates Werkzeug, sondern mitten im Dokument.
Praktisch läuft das so: Du beschreibst in Alltagssprache, was du brauchst. Die KI zerlegt das in Arbeitsschritte, arbeitet direkt im Dokument oder in der Tabelle und zeigt dir die Zwischenergebnisse — bis ein Mensch das Ergebnis freigibt. Genau dieser letzte Halbsatz ist der wichtige.
Warum der Praktikanten-Vergleich so gut passt
Denk an eine echte Praktikantin am ersten Tag. Sie ist motiviert, schnell und erledigt alles, worum du bittest. Aber sie kennt eure Kunden nicht, weiß nicht, welche Zahl im Bericht heilig ist, und merkt nicht, wenn eine Anweisung im Kontext eures Betriebs keinen Sinn ergibt. Sie macht dann genau das Falsche — sehr zügig und mit voller Überzeugung.
Bei KI-Agenten ist es identisch. Und wenn du zehn davon gleichzeitig beschäftigst, bekommst du eben auch zehnmal so schnell zehnmal so viel Murks, wenn die Ansage unklar war.
Was daraus folgt
- Klare Aufgabenbeschreibung schlägt Technikwissen. Wer präzise erklären kann, was er will und warum, bekommt bessere Ergebnisse als jemand, der die Werkzeuge besser kennt.
- Kontrolle bleibt Chefsache. Zwischenschritte anschauen ist kein Misstrauen, das ist der Job.
- Verantwortung wandert nicht mit. Wenn ein Agent eine falsche Zahl in ein Angebot schreibt, steht dein Name drunter, nicht seiner.
Was wir bei Media Nord davon halten
Ehrlich gesagt halte ich die größte Chance für kleine Betriebe nicht in der Zeitersparnis — sondern darin, dass man endlich Dinge angehen kann, für die schlicht nie jemand da war. Die Auswertung, die man seit zwei Jahren „mal machen müsste“. Die Angebotsvorlage, die immer noch von 2019 ist.
Was uns dagegen skeptisch macht: die Erwartung, dass sich damit Personal einsparen lässt. Unsere Erfahrung ist eine andere. Der Betreuungsaufwand verschwindet nicht, er verlagert sich — vom Selbermachen zum Anleiten und Prüfen. Wer das nicht einplant, spart am Ende keine Zeit, sondern verschiebt sie nur in die Fehlersuche.
Häufige Fragen
Muss ich dafür etwas Neues kaufen?
Oft nicht. Wenn ihr Microsoft 365 mit Copilot nutzt, ist der Agent Mode dort bereits verfügbar. Der erste Schritt ist meist nicht einkaufen, sondern nachsehen, was ihr eigentlich schon lizenziert habt.
Wo fange ich am besten an?
Bei einer Aufgabe, die regelmäßig anfällt, klar beschreibbar ist und bei der ein Fehler nichts kostet. Monatliche Auswertung, Textentwurf, Datenaufbereitung. Nicht: Angebote an Kunden verschicken.
Was, wenn mein Team skeptisch ist?
Das ist gesund. Unser Tipp aus der Praxis: eine Person, ein Prozess, vier Wochen — und danach ehrlich vergleichen, ob es wirklich schneller war. Ein echtes Ergebnis aus dem eigenen Betrieb überzeugt mehr als jede Präsentation.
Unser Fazit
Vibe Working ist kein Werkzeug, das man kauft, sondern eine Arbeitsweise, die man lernt. Die gute Nachricht für kleine Unternehmen: Die dafür nötige Fähigkeit — Aufgaben klar erklären und Ergebnisse kritisch prüfen — hat jeder, der schon mal jemanden eingearbeitet hat. Das ist kein Technikprojekt. Das ist Führung, nur mit neuen Mitarbeitenden.
Quellen
- https://www.microsoft.com/en-us/microsoft-365/blog/2025/09/29/vibe-working-introducing-agent-mode-and-office-agent-in-microsoft-365-copilot/
- https://www.techradar.com/pro/microsoft-word-excel-get-a-major-chatgpt-boost-with-new-agent-mode-welcome-to-the-world-of-vibe-working
- https://petri.com/microsoft-vibe-working-agent-mode-word-excel/
- https://xm-institute.com/xm-blog/vibe-working-vom-vibe-coding-zur-neuen-fuhrungsaufgabe/
- https://www.ki-im-personalwesen.de/ki-agenten-als-mitarbeiter-kontrolle-verantwortung/
Hinweis zur Transparenz: Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Inhalte können Fehler enthalten — für wichtige Entscheidungen bitte die verlinkten Originalquellen heranziehen.


