Mir ist diese Woche mal wieder aufgefallen, wie oft KI-Texte einfach nicht „sitzen“. Man tippt eine Frage in ChatGPT oder Claude, bekommt einen sauberen Text zurück – und trotzdem klingt er glatt, nach Worthülsen, irgendwie nach Roboter. Nur eben nicht nach einem selbst. Die gute Nachricht: Das lässt sich ändern. Man kann der KI den eigenen Schreibstil richtig beibringen.

Warum klingen KI-Texte oft so generisch?

Eine KI wie ChatGPT oder Claude ist ein Sprachmodell – also ein Programm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, wie Sprache „im Durchschnitt“ klingt. Und genau das ist das Problem: Der Durchschnitt hat keinen eigenen Ton. Solange die KI Ihre Art zu schreiben nicht kennt, produziert sie brave Standardware, die zu allen und zu niemandem passt.

Technik 1: Der Schnell-Prompt in fünf Worten

Die einfachste Methode funktioniert erstaunlich gut, wenn Sie schon ein paar Texte oder Gespräche mit der KI ausgetauscht haben. Schreiben Sie einfach: „Bitte analysiere meine Tonalität und beschreibe sie in fünf Worten.“ Die KI wertet aus, wie Sie schreiben – etwa „direkt, warm, sachlich, humorvoll, bodenständig“ – und richtet ihre Antworten ab dann daran aus. Ein Prompt, übrigens, ist nichts anderes als der Text-Befehl, den Sie der KI geben.

Technik 2: Der maßgeschneiderte Stil-Prompt

Wollen Sie es richtig sauber, gehen Sie einen Schritt weiter. Beschreiben Sie Ihren Sprachstil kurz selbst – locker oder förmlich, kurze oder lange Sätze, Sie oder Du – und laden Sie drei bis fünf eigene Dokumente hoch: alte Kundenmails, ein Angebot, ein paar Social-Posts. Die KI baut daraus einen maßgeschneiderten Stil-Prompt. Diesen speichern Sie am besten als PDF und hängen ihn künftig an Ihre Anfragen an – oder hinterlegen ihn fest in einem „Projekt“ (die gibt es sowohl in ChatGPT als auch in Claude). So schreibt die KI dauerhaft in Ihrem Ton, ohne dass Sie es jedes Mal neu erklären müssen.

Was bringt das einem kleinen Betrieb konkret?

Ehrlich gesagt halte ich das für einen der unterschätztesten KI-Tricks überhaupt. Denn genau hier entsteht der Aha-Effekt: Ihre E-Mails, Angebote und Social-Posts klingen plötzlich nach Ihrem Unternehmen statt nach Baukasten-KI. Das spart Zeit, weil Sie weniger nachbessern müssen. Und es schafft Wiedererkennbarkeit – Kunden spüren, dass da ein echter Mensch mit Handschrift dahintersteht, auch wenn die KI beim Tippen geholfen hat.

Unser Tipp aus der Praxis

Wir bei Media Nord machen das genau so: einmal einen sauberen Stil-Prompt bauen, als „Projekt“ hinterlegen – und danach läuft es. Fangen Sie ruhig mit der Schnell-Variante an, das kostet Sie zwei Minuten. Merken Sie, dass es klickt, investieren Sie die halbe Stunde in den ausführlichen Stil-Prompt. Diese halbe Stunde zahlt sich bei jeder weiteren Mail aus.

Häufige Fragen

Funktioniert das mit ChatGPT und Claude gleichermaßen?

Ja. Beide Werkzeuge können Ihren Stil analysieren, und beide haben eine Projekt-Funktion, in der Sie den Stil-Prompt dauerhaft hinterlegen können.

Muss ich sensible Kundendaten hochladen?

Nein. Für die Stil-Analyse reichen ein paar unkritische Textbeispiele. Schwärzen Sie Namen und Zahlen ruhig vorher – es geht nur um den Ton, nicht um die Inhalte.

Wie viele Beispieltexte brauche ich?

Drei bis fünf reichen völlig. Wichtiger als die Menge ist, dass sie typisch für Ihre Art zu schreiben sind.

Wir behalten praktische KI-Kniffe wie diesen für Sie im Blick und melden uns, wenn es Neues gibt. Wir bleiben dran.

Quellen


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Media-Nord.com UG Geschäftsführung
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